Digitalisierung in der Landwirtschaft – was wirklich hilft

Landwirt nutzt ein Tablet mit einer digitalen Ackerschlagkartei auf dem Feld

Digitalisierung in der Landwirtschaft ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag auf vielen Höfen. Trotzdem stellt sich für uns wie für viele Betriebe immer wieder dieselbe Frage: Welches digitale Werkzeug bringt tatsächlich einen Mehrwert und was ist nur ein teures Extra? Wir haben uns die drei Bereiche angeschaut, in denen sich Digitalisierung für uns am stärksten bemerkbar macht: Automatisierung, Dokumentation und Zeitersparnis.

Automatisierung: Technik, die mitdenkt

Der klassische Einstieg in die Digitalisierung sind GPS-gestützte Lenksysteme. Sie führen die Traktoren spurgenau übers Feld, vermeiden Überlappungen beim Düngen und Spritzen und entlasten uns bei langen Arbeitstagen im Feld spürbar.

Auch in der Tierhaltung hat sich einiges getan. Bei uns messen zum Beispiel Sensoren im Bereich der Milchviehhaltung Temperatur und Aktivität der Kühe rund um die Uhr und melden Auffälligkeiten automatisch, wie wir in unserem Beitrag zu unserem Smaxtec-System beschrieben haben. Automatisierte Fütterungssysteme oder Section Control bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Die Technik übernimmt wiederkehrende, präzise Aufgaben, damit wir uns auf die Entscheidungen konzentrieren können, die wirklich unsere Erfahrung brauchen.

  • GPS-Lenksysteme reduzieren Überlappungen und schonen Boden sowie Betriebsmittel
  • Section Control schaltet Teilbreiten automatisch ab, wenn eine Fläche schon bearbeitet ist
  • Sensorik in der Tierhaltung meldet gesundheitliche Auffälligkeiten frühzeitig
  • Automatisierte Fütterungssysteme sorgen für gleichbleibende Abläufe im Stall

Dokumentation: von der Zettelwirtschaft zur App

Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen mussten wir früher handschriftlich oder in Excel-Tabellen festhalten, fehleranfällig und aufwendig, vor allem wenn am Ende der Saison alles zusammengetragen werden musste. Digitale Ackerschlagkarteien lösen dieses Problem: Maßnahmen werden direkt auf dem Feld per Smartphone erfasst und stehen sofort zentral zur Verfügung.

Das wird auch aus rechtlicher Sicht wichtiger. Die Anforderungen an die Dokumentation von Pflanzenschutzmittel-Anwendungen werden in den kommenden Jahren europaweit schrittweise auf elektronische, maschinenlesbare Formate umgestellt. Wer schon jetzt auf eine digitale Ackerschlagkartei setzt, tut sich beim Umstieg deutlich leichter.

Zeitersparnis: der eigentliche Grund, warum es sich lohnt

Am Ende zählt für uns vor allem eins: Bleibt am Abend mehr Zeit für die Familie oder den nächsten Arbeitsschritt? Digitale Werkzeuge sparen Zeit an mehreren Stellen gleichzeitig. Daten, die einmal auf dem Feld erfasst werden, müssen abends nicht noch einmal ins Büro übertragen werden. Sensoren übernehmen die Dauerbeobachtung im Stall, sodass wir gezielter statt ständig kontrollieren.

Auch bei der Maschinenarbeit macht sich das bemerkbar: Wer nicht mehr auf die Fahrspur achten muss, kann sich auf die Arbeitsqualität konzentrieren und ist am Ende des Tages weniger erschöpft. Die Zeitersparnis liegt also nicht nur im Verwaltungsaufwand, sondern auch in der körperlichen und mentalen Entlastung.

Wie wir empfehlen, den Einstieg anzugehen

Nicht jeder Betrieb braucht sofort die komplette Ausstattung. Aus unserer Erfahrung lohnt es sich, mit dem Bereich zu beginnen, der im Alltag den größten Engpass darstellt, sei es die Dokumentation, die Feldarbeit oder die Tierüberwachung. Ein einzelnes, gut eingeführtes Werkzeug bringt oft mehr als mehrere halbherzig genutzte Systeme gleichzeitig.

Wichtig ist außerdem, dass die Technik zum Betrieb passt und nicht umgekehrt. Wer sich vorab informiert, testet und mit Kollegen austauscht, trifft am Ende die bessere Entscheidung.

Mehr zu unserem Smaxtec-System lesen
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