Maisernte 2026 – zwei Erntetage zwischen Trockenheit und Regen

Drohnenaufnahme: Der Claas Jaguar häckselt Mais und lädt ihn auf einen Anhänger, im Hintergrund wartet das zweite Gespann

Die Maisernte gehört für uns jedes Jahr genauso dazu wie die Rapsernte oder das Silieren des Grases – neu ist daran nichts, sie ist einfach fester Teil unseres Betriebs. Der Mais wächst nicht zum Selbstzweck: Er ist die Futtergrundlage für unsere Milchkühe, ein kleinerer Teil der Fläche wird als Körnermais genutzt und erst im Oktober gedroschen. Ausführlich erzählt haben wir davon bisher trotzdem noch nie – unseren Blog gibt es erst seit diesem Jahr. Deshalb ist dieser Beitrag der erste, in dem wir zeigen, wie so ein Erntetag bei uns wirklich abläuft – von der Fläche über zwei sehr unterschiedliche Erntetage bis zum fertigen Silo.

Insgesamt stehen dieses Jahr rund 30 Hektar Mais auf unseren eigenen und gepachteten Flächen im Umkreis von etwa 5 Kilometern rund um den Hof. Ausgesät haben wir früh, der Start in die Saison war entsprechend gut.

Ein trockener Sommer

Über den Sommer hat sich das Bild dann eingetrübt. Teilweise mussten wir mit Schäden durch Wildschweine leben, vor allem aber blieb der nötige Regen aus – insgesamt war es ein zu trockener Sommer. Man hat es den Pflanzen angesehen: Sie sind nicht so hoch gewachsen wie sonst, und auch aus der Nähe betrachtet wirken die Kolben kleiner als sonst. Mit einem Spitzenertrag haben wir entsprechend von Anfang an nicht gerechnet.

Wann genau der Mais reif für den Häcksler ist, sehen wir nicht im Kalender, sondern an der Pflanze selbst: an der Farbe der Lieschblätter und an der Größe der Kolben. Erst wenn beides passt, geht es los.

Zwei Erntetage

Den Anfang machte der 14. August. In gut drei Stunden haben wir an diesem Tag ein Fahrsilo befüllt, ganz ohne Zwischenfälle – überrascht hat uns nur, dass der Mais trockener war, als wir erwartet hatten.

Der zweite und größere Erntetag folgte am 19. August. Eigentlich wollten wir früher beginnen, doch in der Nacht von 18. auf 19. August kam unerwarteter Niederschlag dazwischen, sodass wir die Ernte um einige Stunden nach hinten verschieben mussten. Von 12:30 bis 23:30 Uhr war dann der Claas Jaguar 860 vom Lohnunternehmen Josef Bachmaier im Einsatz, dazu ein Lader von einem Subunternehmer – Bahn für Bahn häckselte er sich durch den Bestand und lud den klein gehäckselten Mais direkt auf die wartenden Anhänger. Drei Gespanne waren an diesem Tag zwischen Feld und Hof unterwegs, zwei davon unsere eigenen, das dritte hat uns ein benachbarter Betrieb zur Verfügung gestellt – ohne diese Unterstützung wäre ein Erntetag in dieser Geschwindigkeit gar nicht möglich gewesen.

Am Silo liefen währenddessen zwei Niederfahrer mit Lader beziehungsweise Traktor, die den ankommenden Mais Fuhre für Fuhre gleichmäßig verteilten und verdichteten, bis spät in den Abend hinein. Siliert haben wir am Ende in drei Fahrsilos, wo der gehäckselte Mais nun luftdicht abgedeckt liegt und über den Winter zu hochwertiger Silage für unsere Milchkühe wird. Sobald es an diesem zweiten Tag losging, lief alles rund – eine sehr gute, problemlose Ernte.

Der Ertrag – und was wir mitnehmen

Unsere Erwartungen an den Ertrag waren von Anfang an nicht besonders hoch: Wir sind von rund 20 Prozent weniger Ertrag im Vergleich zu einem normalen Jahr ausgegangen – und genau das hat sich am Ende auch bestätigt. Insgesamt war die Ernte ganz unspektakulär, und das meinen wir positiv. Die einzige echte Überraschung war der Regen in der Nacht vor dem 19. August, der uns gezwungen hat, kurzfristig umzuplanen – und genau das war eine gute Erfahrung: Auch wenn nicht alles nach Plan läuft, lässt sich mit ein bisschen Flexibilität trotzdem ein guter Erntetag daraus machen.

Nahaufnahme eines Maiskolbens, in der Hand gehalten, im Gegenlicht der AbendsonneDer Claas Jaguar häckselt Mais und lädt ihn auf einen gelben Anhänger am FeldrandLuftaufnahme des Hofs: Radlader und Traktor verdichten den Silomais in den FahrsilosNahaufnahme des gehäckselten Maissiloguts
Mehr über unsere Ernten lesen: Rapsdreschen 2026
← Zurück zur Übersicht